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Wiener Immobilienmarkt im 1. Halbjahr 2020: Preise steigen, Angebot sinkt

02.12.2020
Wiener Immobilienmarkt im 1. Halbjahr 2020: Preise steigen, Angebot sinkt


Das erste Halbjahr 2020 war schwächer als das Vorjahr. Aber 2019 wurden im Vergleich zu 2018 707 weniger Wohnungen verkauft. Heuer waren es hingegen um 267 weniger Wohnungsverkäufe als im ersten Halbjahr 2019.





Gegenüber dem All-Time-High aus ersten Halbjahr 2018 mit 7.790 im Grundbuch verbücherten Wohnungsverkäufen nehmen sich die 6.816 heuer eher "bescheiden" aus. Allerdings bedeutet das immer noch eine Steigerung um +9,4 % im Vergleich zu 2015 und um +30,1 % im Vergleich zu 2010. Nur in drei Jahren gab es also mehr Wohnungsverkäufe als im 1. HJ 2020.



Auch der Transaktionswert aller Wiener Wohnungskäufe ist zurückgegangen, nämlich um -3,0 % auf 1,82 Mrd. Euro. Somit fehlen auf den Spitzenwert von 2018 rund 103 Mio. Euro. Im Fünfjahresvergleich sind das allerdings noch immer um 407 Mio. Euro mehr.



Wiener Bezirksverkaufszahlen: neunmal Plus



Dem RE/MAX-ImmoSpiegel zufolge haben sich im ersten Halbjahr 2020 in neun der 23 Bezirke die Verkaufszahlen bei Wohnungen nach oben entwickelt: Am stärksten in Leopoldstadt: +111 auf 448. Die Donaustadt baut ihre gute Vorjahresposition aus und holt sich mit +99 und 795 Verkäufen beim Wachstum den Vizebezirksmeistertitel. Meidling mit +66 kommt auf 384 und Penzing mit +64 auf 427 Verbücherungen. In Simmering wurden um +43 (Gesamt: 302) Wohngungen verkauft und verzeichnet damit den fünftgrößten Zuwachs.





Am unteren Ende der Skala rangiert der Vorjahressieger Favoriten. Heuer fehlen -215 Wohnungen auf das Vorjahresergebnis. Insgesamt liegt aber der 10. Bezirk mit 683 Verkäufen auf Platz zwei. In Floridsdorf (351) kann das hervorragende Vorjahresergebnis nicht erreicht werden; heuer sind es um -76 Verbücherungen weniger als zum Vorjahreshalbjahr. Rudolfsheim-Fünfhaus meldet mit Ende Juni 254 Verbücherungen (-66) und Brigittenau 244 (-60). Die anderen Bezirke weisen geringere Abweichungen zum Vorjahr auf (zwischen -48 und +33).



Wiener Wohnungspreise: Zwei Prozent höher



Die Wiener Wohnungspreise stehen immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen. Im ersten Halbjahr 2020 sind sie im Durchschnitt um +2,1 % im Vergleich zum Vorjahrszeitraum gestiegen: Eine Wiener Eigentumswohnung kostete demnach EUR 241.661 im Durchschnitt und damit um +22,3 % mehr als vor fünf Jahren. Auch die Leistbarkeit ist immer wieder Thema: Ein Viertel aller Wiener Wohnungen kostete heuer in den ersten sechs Monaten weniger als 162.500 Euro. Dieser Wert ist überproportional nach oben gegangen, nämlich um +8,3 %. „Grund dafür sind nicht nur eher kleinere Anlegerwohnungen, die immer noch hoch im Kurs stehen, sondern auch kleine Eigennutzer-Singlewohnungen im Neubaubereich, die bereits in diese Preisschiene fallen“, so Mag. Dieter Riedlinger-Baumgartner, Geschäftsführender Gesellschafter von RE/MAX TOP in Wien-Mariahilf.



Im oberen Preissegment sind die Steigerungsraten deutlich geringer: Ab einem Kaufpreis von 308.160 Euro darf man seine neue Wohnung in Wien dem oberen Preisquartil zurechnen. Diese Untergrenze ist zum Vorjahreswert nur um +0,9 % nach oben gegangen.



Bezirksauswertung: Josefstadt, Wieden, Brigittenau, Döbling geben Gas



In zwölf Wiener Bezirken legten die Preise zu, in elf zeigte der Trend nach unten. In absoluten Zahlen führend, wie eh und je, ist der erste Bezirk, zum zweiten Mal nach 2018 mit Durchschnittspreisen von mehr als einer Million Euro. Gegenüber 2019 bedeutet das ein Plus von 15,0 %. Die höchsten Steigerungsraten bei den erzielten Durchschnittspreisen weisen mit +30,9 % die Josefstadt (365.442 Euro), Wieden mit +23,8 % (417.898 Euro), Brigittenau mit +15,9 % (202.155 Euro) und Döbling mit +15,4 % (375.457 Euro) auf. Auch Meidlings Wohnungspreise ziehen im Durchschnitt noch zweistellig an (+13,1 %, 223.420 Euro). Landstraße, Floridsdorf, Mariahilf, Simmering und Margareten liegen zwischen +5 % und +10 % Steigerungsrate. In Penzing, Ottakring und Liesing bleiben die Preise relativ unverändert. In Hietzing, Neubau, Donaustadt, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus gaben sie zwischen -1 % und -5 % nach, in Währung, Hernals, Favoriten und Leopoldstadt sogar noch etwas deutlicher.



Zweimal die günstigsten Drei



Die drei Bezirke mit den niedrigsten Durchschnittspreisen waren im ersten Halbjahr 2020 Rudolfsheim-Fünfhaus (169.896 Euro, -4,3 %), Favoriten (181.203 Euro, -7,4 %) und Ottakring (194.059 Euro, -0,1 %). Auch in der Einstiegspreisklasse im unteren Preisviertel führt Rudolfsheim-Fünfhaus mit 100.068 Euro (-12,7 %), dahinter wieder Favoriten mit 109.906 Euro je Wohnung (-15,4 %) und auf dem drittbilligsten Platz Hernals mit 110.000 Euro (-26,0 %). Ottakring ist bereits deutlich teurer mit 127.000 Euro.


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